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e5 - Energieeffiziente Gemeinde

Das Klima stimmt in Wieselburg

Wieselburg ist seit vielen Jahren ein Vorbild in Sachen Klimaschutz, vor allem in den Bereichen Energieeffizienz, Einsatz von erneuerbaren Energien und dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. 

Zahlreiche Kampagnen, Projekte und Aktionen tragen wesentlich dazu bei, dass in Wieselburg das Klima stimmt – in Sachen Umwelt und in Sachen lebenswerte Stadt. Darüber hinaus haben diese Maßnahmen dazu geführt, dass Wieselburg 2019 die Auszeichnung „e5“ erhalten hat. Es ist dies die höchste internationale Anerkennung für energiebewusste Gemeinden. 

Was ist e5?

"e5" ist ein Programm zur Qualifizierung und Auszeichnung von Gemeinden, die durch den effizienten Umgang mit Energie und der verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energieträgern einen Beitrag zu einer zukunftsverträglichen Entwicklung unserer Gesellschaft leisten wollen. Es unterstützt Gemeinden bei einer langfristigen und umsetzungsorientierten Klimaschutzarbeit in den Bereichen Energie und Mobilität.  

Angelehnt an Qualitätsmanagementsysteme ist das e5-Programm als ein Prozess zu verstehen, in dem folgende Schritte stattfinden:  

  • Schwachstellen aufdecken und Verbesserungspotenziale identifizieren  
  • Verbesserungsprozess in Gang setzen  
  • Strukturen und Abläufe zur erfolgreichen Umsetzung von Energieprojekten aufbauen und/oder verstärken  
  • Mitwirkung der Bevölkerung an energiepolitischen Entscheidungen und Aktivitäten ermöglichen  
  • Weiterführende Informationen: www.umweltgemeinde.at/wieselburg
    oder www.e5-gemeinden.at 

Aktionen und Projekte

Welche innovativen Aktionen und Projekte wurden in Wieselburg in den vergangenen 10 Jahren umgesetzt? 

Projekte

My bag is not plastic

2010 wurde von Umweltstadträtin Irene Weiß die Aktion „my bag is not plastic“ ins Leben gerufen. Sie hat zum Ziel, Wieselburg zur ersten plastiktaschenfreien Gemeinde in Österreich zu machen. Die Aktion gipfelte in dem Beschluss einer Resolution des Gemeinderates am 12. Dezember 2010, wodurch diese Aktion offizielle Anerkennung und Unterstützung durch den Gemeinderat fand. Bis zum heutigen Zeitpunkt haben knapp 90 Prozent der Wieselburger Firmen auf Stoff- bzw. Papiertaschen umgestellt.

Foto der Initiatorin der Aktion "My bag is not plastic" Irene Weiß mit Günther Leichtfried, Bürgermeister außer Dienst der Stadtgemeinde Wieselburg

Die Initiatorin Irene Weiß mit Bgm. a. D. Günther Leichtfried

Mit Leib und Seele

2012 stand ganz im Zeichen des neuen Projekts „Mit Leib und Seele“. Im Vordergrund stand die gesunde Ernährung. Bei der Auftaktveranstaltung drehte sich alles um den Apfel. Auf Verkaufsständen wurden diverse Apfelsorten und Apfelbackwaren angeboten. Mit einer Holzpresse wurde frischer Apfelsaft gepresst und die Kinder kamen beim gemeinsamen Apfelkompottkochen nicht zu kurz. Die zweite Veranstaltung stand unter dem Motto „Die tolle Knolle“ und beschäftigte sich mit alten Erdäpfelsorten. Es gab Erdäpfelmehlspeisen und ein abwechslungsreiches Kinderprogramm. Knapp vor Weihnachten backten alle Kinder gesunde „Leckerschmecker Weihnachtskekse“. Das Projekt gipfelte in der Eröffnung des Geschäfts „gern & gut“, das vom gemeinnützigen Verein „regional - fair - natürlich“ unter Obfrau Irene Weiß betrieben wird. Es wird bei allen Produkten auf Regionalität, Fairness und Natürlichkeit geachtet. Gewinne aus dem Verkauf der Waren (Lebensmittel, Süßes, Getränke, Kosmetik, Schmuck, Textilien, Baby- und Kinderartikel sowie diverse Geschenkartikel) werden für Investitionen im Geschäft und in der Folge für soziale Projekte und Bildung im Sinne des Umweltgedankens, des Klimabündnisses und des fairen Handels verwendet.

Pedibus – zu Fuß in die Schule

2012 startete die Stadtgemeinde Wieselburg ein für Niederösterreich bis dahin einzigartiges Projekt. Mehr als 20 Volksschulkinder kommen seither täglich mit dem „Pedibus“ - einer Art Schulbus zu Fuß - in die Schule. Um für die Kinder das Zufußgehen attraktiver zu machen, wird der Schulweg als Buslinie dargestellt. Begleitet werden die Kinder auf zwei Routen von mehr als 20 Betreuerinnen und Betreuern unter der Organisation von Ernestine Walch. Die Stärken des Projekts liegen auf der Hand: Die Kinder setzen sich spielerisch mit dem Thema Straßenverkehr auseinander und erlernen dabei ein angemessenes und sicheres Verkehrsverhalten. Außerdem ist die Bewegung an der frischen Luft sehr gesund. 2018 erfreute sich der Pedibus ungebrochener Beliebtheit. Viele gute Gründe sprechen dafür, dass Kinder ihre Alltagswege und somit auch den Schulweg zu Fuß bewältigen sollten. Neueste Studien belegen: GEHEN macht nachweislich schlau, gesund und glücklich und wirkt sich auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns aus. Umso erfreulicher, dass auch im heurigen Schuljahr wieder zahlreiche SchülerInnen mit dem Pedibus – eine Art Schulbus auf Beinen – zur Schule kommen. Dabei wird den Kindern das Zufußgehen attraktiv gemacht, indem der Schulweg als Buslinie dargestellt wird. Begleitet werden die Kinder auf zwei Routen von mehr als zehn BetreuerInnen unter der Organisation von Elisabeth Wopienka und Melanie Berger. „Die Teilnahme am Pedibus ermöglicht den Kindern den Schulweg sicher, gesundheitsbewusst und klimafreundlich zurück zu legen und wird kostenlos angeboten“, betont Melanie Berger. „Die Kinder haben Gelegenheit, langsam in der Schule anzukommen und auf dem Heimweg ,auszulüften’ – und sie lernen auch, aufeinander zu achten. Außerdem: Gemeinsam gehen macht einfach Spaß“, weiß Berger.

Als positive Nebenerscheinung des „Pedibusses“ werden die soziale Kompetenz und das Gehen in der Gruppe gefördert.

Sonnenstadt Wieselburg

2011 veranstaltete die Stadtgemeinde Wieselburg unter dem Motto „Sonne auf unseren Dächern – Sonnenstadt Wieselburg“ veranstaltete eine Informationsveranstaltung zum Thema Photovoltaik. Dabei wurden die Sonnenkraft-Potenzialanalyse sowie das neue Fördersystem vorgestellt. Dies war der Startschuss zu einer groß angelegten Förderaktion für PV-Anlagen. Seit 2011 können Privathaushalte beim Ankauf einer PV-Anlage eine Förderung von EUR 300,00 pro kWp, gedeckelt bis 5 kWp – somit bis zu EUR 1.500,00 lukrieren. 2016 wurde dieses Service auf für Wieselburger Wirtschaftsbetriebe ausgeweitet. Dafür wurde ein Fördertopf von EUR 300.000,00 bereitgestellt, davon ist ungefähr die Hälfte ausgeschöpft.

Aufbauend auf dem Projekt „Sonnenstadt Wieselburg“ hat sich die Stadtgemeinde Wieselburg zum Ziel gesetzt, auch die kommunalen Gebäude mit Photovoltaikpaneelen auszustatten. In Zusammenarbeit mit der EVN wurden 2012 und 2013 insgesamt acht PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 140 kWpeak in Betrieb genommen. Damit setzt auch die Stadtgemeinde ein wichtiges Zeichen für die „Sonnenstadt Wieselburg“. PV-Paneele wurden auf den Dächern des Rathauses, des Wirtschaftshofes, der beiden Kindergärten und auf der Tribüne des Fußballplatzes sowie bei den drei Brunnengebäuden errichtet und in Betrieb genommen.

Bauamtsleiter Thomas Lichtenschopf mit Bgm. a. D. Günther Leichtfried.

Zruck-Sackerl

2018 setzte die Stadtgemeinde Wieselburg im Bereich der Nachhaltigkeit ein weiteres Ausrufezeichen. Aufbauend auf dem Leuchtturmprojekt „My bag is not plastic“ gibt es in der Braustadt seit Anfang Mai 2018 die neue Aktion „Zruck-Sackerl“ Leichtfried betont: „Wir wollen mit diesem Projekt den Bürgerinnen und Bürgern der Region einen neuen Impuls geben, noch stärker als bisher auf Plastiktaschen zu verzichten.” Was verbirgt sich nun hinter dem „Zruck-Sackerl“? Die Idee ist einfach und genial zugleich: In den 30 teilnehmenden Wieselburger Betrieben werden von der Stadtgemeinde Wieselburg eigens kreierte Stofftaschen bei Bedarf an die Kundinnen und Kunden kostenlos ausgegeben. Diese können in der Folge diese Stofftasche bei jedem ihrer Einkäufe nutzen. Sollte die Tasche verschmutzt sein, dann kann diese an vier gekennzeichneten Einwurfkästen im Stadtzentrum zurückgegeben werden. Die Stofftaschen werden in der Folge von der Stadtgemeinde gereinigt und wieder an die teilnehmenden Wirtschaftsbetriebe ausgegeben. Bgm. Leichtfried konkretisiert: „Es soll dadurch eine Kreislaufwirtschaft entstehen, da jede Wieselburgerin und jede Wieselburger die Chance hat, sich  ein „Zruck-Sackerl“ kostenlos zu holen und diese für die zu tätigenden Einkäufe zu benutzen. Somit braucht in Zukunft im Idealfall niemand mehr auf ein Plastiksackerl zurückgreifen.“

Erneuerung Bahnhofsareal

Busbahnhof/Park&Ride-Anlage, Begegnungszone, Fußgängerbrücke: 2018 wurde der erste Teil der Neugestaltung des Bahnhofsareals in Wieselburg abgeschlossen. Neben der Errichtung einer Park&Ride-Anlage mit 76 Stellplätzen und neuen Fahrradabstellanlagen sowie Mopedabstellplätzen wurde auch der Busbahnhof als Haltestelle für sechs Busse fertiggestellt. Weiters wurde im Kreuzungsbereich mit der Bahnhofstraße ein kleinerer Parkplatz mit 14 Stellplätzen seiner Bestimmung übergeben und auch die bestehende Radabstellanlage beim Bahnhof wurde erneuert. Als letzter Teil der Adaptierungsmaßnahmen wurde im Frühjahr 2019 der Fußgeherübergang mittels einer überdachten Fußgängerbrücke über die Geleise in Richtung Stadionstraße fertiggestellt.

Microgrid

2018 setzte die Stadtgemeinde Wieselburg gemeinsam mit Ecoplus/BEST GmbH und dem Energiebüro EEC - beide situiert im Technologie- und Forschungszentrum Wieselburg-Land - im Zuge des Neubaus des Feuerwehrhauses im Betriebsgebiet Haag das Projekt „Microgrid” zwischen der Stadtgemeinde Wieselburg und dem TFZ Wieselburg-Land um. Dabei geht es primär um den Austausch von Energie. Die Stadtgemeinde Wieselburg verpachtet auf der einen Seite die zu errichtende PV-Anlage auf dem Dach des FF-Haus-Neubaus (74 kWp) an das TFZ Wieselburg-Land und sorgt damit für die Stromlieferung. Im Gegenzug liefert das TFZ Wieselburg den gesamten Wärmebedarf für das neue Feuerwehrhaus (bis zu 120 MWh pro Jahr) mittels einer Hackgutheizung. Dieses einzigartige Projekt ist das erste seiner Art und das neue Leuchtturmprojekt der Stadtgemeinde Wieselburg auf dem Energiesektor. Die Synergien der beiden Standorte werden somit optimal ausgenutzt. In der Gemeinderatssitzung vom 12. Dezember 2018 wurden entsprechende Strompacht- und Wärmelieferungsverträge abgeschlossen.

Betriebliches E-Car-Sharing

2018 rief die Stadtgemeinde Wieselburg in Kooperation mit dem Verein „fahrvergnügen.at” und zusammen mit der Raiffeisenbank Mittleres Mostviertel, der Messe Wieselburg GmbH und dem Hotel I’m Inn Wieselburg das erste betriebliche E-Car-Sharing in Niederösterreich ins Leben. Mit Anfang Oktober 2018 wurde dieses bewusstseinsbildende Pilotprojekt gestartet und soll auch als Referenzprojekt für weitere Firmen in der Region dienen. Mit dem Nissan Leaf der neuesten Ge-neration sollen in Zukunft Dienstfahrten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der vier Partnerbetriebe, die über eine gemeinsame Anmeldeplattform laufen, durchgeführt werden. Das spart auf der einen Seite Ressourcen und schont auf der anderen Seite aufgrund der E-Mobilität die Umwelt. Bürgermeister Mag. Günther Leichtfried betont: „Ohne Veränderungen im Verkehrsbereich, sind die Pariser Ziele nicht zu erreichen. E-Mobilität ist dabei ein großer Hoffnungsträger. Neue Modelle, höhere   Reichweiten und sinkende Kosten werden mithelfen, hier einen entscheidenden Schritt vorwärts zu kommen.” In der Erstphase soll das Pilotprojekt 18 Monate lang laufen und in dieser Zeit eine Evaluierung über das Nutzungsverhalten gemacht werden. Bei einer entsprechenden Auslastung ist auch die Anmietung eines weiteren E-Autos denkbar.

Vier Betriebe nutzen in Zukunft ein gemeinsames e-Auto, einen Nissan Leaf, angemietet vom Verein „fahrvergnügen.at”, um ein E-Car-Sharing durchzuführen. Im Bild: Bgm. Mag. Günther Leichtfried, Dir. Mag. Leo-pold Grubhofer (Raika Mittleres Mostviertel), Dir. Ing. Werner Roher (Messe Wieselburg GmbH) und Gernot Holnsteiner (Hotel I’m Inn).

Öko-Parkplatz

Die Installierung der E-Tankstelle am Öko-Parkplatz in der Bahnhofstraße war der letzte Schritt zur Fertigstellung dieses innovativen Projektes. Der nun auf der gesamten Fläche benutzbare Parkplatz mit 120 Stellplätzen für Arbeitnehmer/-innen und Konsument/-innen im Zentrum der Stadt ist eine der Maßnahmen im Kampf gegen Hitze und Starkregen. Lockerer, poröser Untergrund statt versiegelter Fläche bietet Stadtbäumen Raum zum Wurzeln und trotzdem Stabilität für Wege oder Parkplätze. Wasser kann auch bei Starkregen leichter natürlich versickern, Bäume wachsen schneller, sind gesünder und spenden dadurch Schatten in Hitzeperioden. Mit der Inbetriebnahme der E-Tankstelle für zwei Autos sind die baulichen Arbeiten nun abgeschlossen und Bürgermeister Josef Leitner freut sich auf die erste Baumblüte im Frühling und über immer mehr begrünte Flächen im gesamten Stadtgebiet.

Bürgermeister Josef Leitner (l.) und Grundstückseigentümer Georg Roher (r.) begutachteten die neue E-Tankstelle auf dem nun fertiggestellten Öko-Parkplatz.

Umstellung öffentlicher Heizsysteme auf natürliche Brennstoffe

Für die Wärmeversorgung des Rathauses und des angrenzenden Gebäudes der Freiwilligen Feuerwehr wurde im Rathaus ein Mikro-Biomasse-Heizwerk gebaut, das 2005 in Betrieb genommen wurde und den energiebewussten Weg der Gemeinde untermauert. Aufgrund des limitierten Platzangebots im Stadtzentrum ist diese Art der Wärmegewinnung ein Musterbeispiel für den sparsamen Umgang mit Ressource und Energie. 2017 wurde der Kindergarten in der Breiteneicher Straße mit einer Pelletsheizung versehen. 2019 wurde die Heizungsanlage im Freizeitzentrum Wieselburg (Sauna und Freibad) von Gas auf Pellets umgestellt. Bereits im Herbst 2018 wurde das Heizungssystem des Wirtschaftshofes von Gas auf Pellets adaptiert. Das neue Feuerwehrhaus Wieselburg-Stadt und Land im Betriebsgebiet Haag wird als Ergebnis des Projekts “Microgrid” mittels einer Wärmelieferung mit regenerativ gewonnener Energie seitens des Technologie- und Forschungszentrums Wieselburg Land versorgt.

Umstellung zahlreicher Arbeitsgeräte des Wirtschaftshofes auf E-Akku-Betrieb

Die Stadtgemeinde Wieselburg setzt sich seit Jahren für den Ausbau der E-Mobilität und der sauberen Energie ein. Die aufstrebende e5-Gemeinde (4 e´s) hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, sukzessive die Umstellung der Fahrzeugflotte sowie der Geräte für die Grünraumpflege auf Elektrobetrieb(Akku) durchzuführen. Die aktive Klimabündnisgemeinde hat derzeit sechs E-Fahrzeuge (vier E-Autos und zwei E-Scooter) für die Verwaltung und den Wirtschaftshof im Einsatz. 2009 wurden die E-Scooter angekauft, das 2012 das erste E-Auto. Seit 2017 setzt die Stadtgemeinde Wieselburg im Wirtschaftshof auf „sauberes Arbeiten“. Im Zuge dessen wurden bis dato neun akkubetriebene Werkzeuge angekauft. Die Stadtgemeinde Wieselburg gibt ihre Erfahrungen im E-Mobilitätsbereich sowie im Bereich „sauberes Arbeiten“ an andere interessierte Kommunen im Rahmen von Beratungsgesprächen weiter. Für das „saubere Betanken“ der E-Fahrzeuge wurden zudem zwei E-Stromtankstellen angeschafft.

Ankauf zahlreicher E-Fahrzeuge für den Wirtschaftshof und die Gemeindeverwaltung:

2012 hat die Stadtgemeinde Wieselburg im Umgang mit den immer knapper werdenden ökologischen Ressourcen einen weiteren Meilenstein gesetzt. Mitte März nahm der Wirtschaftshof das erste Elektroauto der Region, das sich im Einsatz einer Gemeinde befindet, in Betrieb. Bürgermeister Mag. Günther Leichtfried stolz: „Wir konnten das letzte, zurzeit in Österreich erhältliche Elektroauto, das sich für die arbeitsgerechte Nutzung in einem Wirtschaftshof eignet, erwerben. Damit unterstreichen wir einmal mehr unsere intensiven Bemühungen in Richtung eines umfassenden Umstiegs von fossilen hin zu erneuerbaren Energieträgern.“ Daten & Fakten: Das Elektroauto der Marke „Peugeot Partner Venturi“ wurde aus Tirol nach Wieselburg geliefert und vom Autohaus Ladner in Ybbs übergeben. Die Reichweite des E-Autos, das mit reinster Sonnenenergie aus der im Vorjahr am Rathausplatz errichteten Sonnenstromtankstelle der Stadtgemeinde Wieselburg versorgt wird, beläuft sich auf ca. 120 Kilometer. Es wird in Zukunft nicht nur im Einsatz des Bauhofs stehen, sondern maßgeblich für die Aktion „Essen auf Rädern“ verwendet werden. 2016 kaufte die Stadtgemeinde Wieselburg für den gemeindeeigenen Wirtschaftshof ein neues Elektroauto (Kubota) an. 2017 kaufte die Stadtgemeinde Wieselburg ein E-Fahrzeuge für Dienstfahrten der Verwaltungsmitarbeiter (VW Golf) sowie je ein weiteres E-Fahrzeug für den Wirtschaftshof sowie das Wasserwerk an. Bis 2021 wurden drei weitere E-Fahrzeuge für den Wirtschaftshof und das Wasserwerk angekauft.

Ankauf von zahlreichen E-Ladetankstellen und E-Lade-Säulen

2011 wurde im Zuge der Projektpräsentation „Sonnenstadt Wieselburg“ die erste Photovoltaik-Sonnenstrom-Tankstelle der Region am Rathausplatz eröffnet. Aufgrund der Installierung einer neuen Lade-Infrastruktur (zwei Ladesäulen mit einer Ladeleistung von 22 kW) im Jahr 2016 im Zuge von Renovierungsarbeiten beim Rathausplatz wanderte die Sonnenstromtankstelle ins Freibad Wieselburg, wo nun Elektro-Autos, E-Bikes und E-Scooter mit kostenlosem Sonnenstrom betankt werden können. Sollte der von der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Solar-Tankstelle gelieferte Strom nicht ausreichend für eine Betankung sein, dann wird zusätzlich 100 % Ökostrom eingespeist. Der überschüssige Strom, den die Solar-Tankstelle produziert, wird dem öffentlichen Netz zugeführt. Im Wirtschaftshof, beim Betreuten Wohnen und im Wasserwerk wurden E-Lade-Boxen angebracht. Zudem wurden bei der Park & Ride-Anlage sowie beim Öko-Parkplatz insgesamt acht Ladesäulen installiert.

LED-Geschwindigkeitsinformationssysteme

2014 ging die Stadtgemeinde Wieselburg bei der Erhöhung der Verkehrssicherheit für ihre Bürgerinnen und Bürger neue Wege. Unter dem Motto  „Runter vom Gaspedal“ wurden an  exponierten Straßenabschnitten fünf sogenannte LED-Geschwindigkeitsinformationssysteme angebracht. Damit
werden in Zukunft Autofahrerinnen und Autofahrer bei überhöhter Geschwindigkeit eindringlich mit blinkenden Flashpoints und der angezeigten Fahrgeschwindigkeit darauf aufmerksam gemacht, dass sie runter vom Gaspedal müssen. Bei Einhaltung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit werden die Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker hingegen mit einem netten Dankeschön an der Anzeigetafel gelobt. Bgm Mag. Günther Leichtfried betont: „Mit dieser bewusstseinsbildenden Maßnahme wollen wir ein klares Zeichen für die Erhöhung der Verkehrssicherheit in unserer Stadt setzen und gefährliche Abschnitte auf Wieselburgs Straßen entschärfen.“  Im ersten Schritt wurden fünf LED-Geschwindigkeitsinformationssysteme angekauft. Im Jahr 2015 wurden drei weitere Einheiten angekauft. 2019 wurden nochmals drei weitere Messsysteme angekauft.

Meilensteine der e5 Geschichte

Im März 2012 trat die Stadtgemeinde Wieselburg als eine von erst neun Gemeinden in Niederösterreich dem internationalen e5-Programm für energieeffiziente Gemeinden bei. Bereits im Herbst 2012 stellte sich die Stadtgemeinde einer strengen externen Auditierung, welche die geleistete Arbeit Wieselburgs im Energie- und Umweltbereich der vergangenen zehn Jahre bewertete. 

Im Sommer 2015 gab es die nächste Auditierung, die mit vier "e" belohnt wurde.  

Das große Highlight stellte dann im Sommer 2019 die internationale Auditierung für das fünfte "e" dar, das dann auch mit 78,6 % Umsetzungsgrad erreicht wurde.  

Als Höhepunkt erhielt die Stadtgemeinde Wieselburg am 11. Oktober 2019 bei einer internationalen Veranstaltung in Locarno/Schweiz den "European Energy Award" in Gold.  

Dementsprechend stolz ist Bürgermeister Josef Leitner: „Wir haben unser anvisiertes Ziel, dank großer Bemühungen und Tatenkraft erreicht. Klimaschutz ist bei uns seit vielen Jahren ein zentrales Thema. Ich bedanke mich beim gesamten e5-Team unter der Leitung von Bürgermeister außer Dienst Günther Leichtfried für den Einsatz und das Engagement, das nun mit dem fünften „e“ auch nach außen sichtbar gemacht wurde.“  

Auch für die nächsten Jahre hat sich die Stadtgemeinde Wieselburg sehr spannende umweltrelevante Ziele gesteckt, die von dem neu zusammengesetzten e5 Team koordiniert und begleitet werden. Von der ressourcenschonenden Mobilität über CO2 Reduktion durch mehr Stadtnatur bis hin zu mehr Spaß an der Bewegung reichen die Maßnahmen. 

e5 Team der Stadtgemeinde

Das e5-Arbeitsteam der Stadtgemeinde Wieselburg setzt sich derzeit aus elf Personen zusammen:

Die Umsetzung von ressourcenschonenden und klimafreundlichen Maßnahmen ist aktuell mehr denn je ein Gebot der Stunde. Die Mitglieder des e5-Teams bekennen sich mit der Teilnahme am e5-Programm dazu, Visionen nicht nur am Papier niederzuschreiben, sondern

Stadtamtsdirektor Mag. Franz Willatschek

Es ist für mich sehr wichtig, etwas gegen den globalen Klimawandel zu unternehmen. Aus diesem Grund bin ich stolz Mitglied des e5-Teams zu sein.

Umwelt-Gemeinderat Reinhard Stürzl

Umweltschutz ist gegenwärtig das wichtigste Thema. Wenn wir die Umwelt schützen, ergeben sich manche andere wichtige Dinge ganz von selbst.

Energiebeauftragter Thomas Lichtenschopf

Unsere Umwelt ist eines der kostbarsten Güter, die wir haben. Deshalb müssen wir versuchen, sie sowohl für uns als auch für unsere Kinder und Nachfahren bestmöglich zu erhalten. Daher ist es mir ein großes Anliegen, bei diesem Projekt bzw. in diesem

Gemeinderat Robert Gnant

Als Techniker liegt mein Hauptaugenmerk in der Optimierung von Abläufen mit dem Blickpunkt, gewünschte Ergebnisse mit einem sparsamen Einsatz an Ressourcen zu erreichen. Die energetische Durchleuchtung und Optimierung einer Gemeinde in ihren vielfältig

Kläranlagenleiter Ing. Thomas Hölzl

In diesem Team sind Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Zukunftsorientierung nicht nur plakative Schlagworte. Die Kreativität und der überaus hohe persönliche Einsatz der Teammitglieder sind meines Erachtens der Schlüssel zur Entwicklung von praktikablen

Gemeinderat Mag. Michael Sieberer

Kleine Veränderungen können am Ende oft Großes bewirken! So sehe ich es als meine Aufgabe im e5 Team möglichst viele Wieselburgerinnen und Wieselburger über die geplanten Schritte zu informieren und zur aktiven Mitgestaltung eines verantwortungsv

Mag. Gabriela Dorn-Scheruga

Es macht Spaß, im e5-Team mitzuarbeiten. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben dasselbe Ziel, die Energieversorgung in Wieselburg so weit wie möglich aus erneuerbaren Quellen abzudecken und Wieselburg zu einer noch lebenswerteren Stadt zu machen. Ma

DI Dina Bacovsky (bioenergy 2020+)

Ansprechpartner zu diesem Thema

Dr. Josef Leitner

+43 664 3818523