Filmklub - Amrum

2025-23-Amrum_01.jpg

Amrum im Frühling 1945: Der zwölfjährige Nanning (Jasper Billerbeck) musste mit seiner Mutter Hille (Laura Tonke), Tante Ena (Lisa Hagmeister) und seinen beiden kleineren Geschwistern aus dem zerbombten Hamburg auf die Insel hoch oben im norddeutschen Friesland fliehen. Der Vater, bei den Nazis ein hohes Tier, ist in Kriegsgefangenschaft, und seine Familie wird von den Einheimischen misstrauisch geduldet. Das alles bekommt Nanning, der in der Schule nur mit dem gleichaltrigen Hermann befreundet ist, zu spüren.

Mutter Hille bleibt trotz der nahen Niederlage fanatische Nationalsozialistin. Als sie im Radio die Nachricht vom Tod Adolf Hitlers hört, platzt der Hochschwangeren die Fruchtblase, und sie gebiert ihr viertes Kind. Allerdings verfällt sie in eine tiefe Depression. Wenn sie Weißbrot mit Honig und Butter bekäme, würde sie wieder Nahrung zu sich nehmen, erklärt sie Nanning. Und der macht sich auf die schwierige Suche nach Mehl, Zucker und Eiern.

Nanning ist in einem Alter, in dem er allmählich selbständig zu werden beginnt. Die Entstehung einer individuellen Moral aus Beobachtung und Bewährung ist nicht zuletzt ein Thema in „Amrum“.  Der erkennbar auf dem Erlebten des legendären deutschen Filmemachers Hark Bohm („Nordsee ist Mordsee“) beruhende Plot illustriert das Lebensgefühl an der Bruchstelle zwischen NS-Verwobenheit und der neuen Zeit nach 1945 eindrücklich.

Den Regie-Stuhl überließ Hark Bohm dem bekannten deutschen Filmschaffenden Fatih Akin („Gegen die Wand“), seinem Schüler an der Filmhochschule in Hamburg, bei dessen Erfolgsfilmen „Tschick“ und „Aus dem Nichts“ er als Co-Autor des Drehbuchs ebenfalls mitverantwortlich gezeichnet hatte.

Hark Bohm, der am Ende des Films als alter Mann am Meer selbst auftritt, ist im November 2025 86-jährig verstorben.

Fotos © Warner

https://www.filmklub-wieselburg.at/
http://www.kinomalvier.at/

Datum & Uhrzeit
20.05.2026 - 19:30
Ort
KINO mal vier Wieselburg
Kinostraße 1
3250 Wieselburg
Veranstalter/in